Wir erklären das Thema “Kennzahlen in der Pflege” in einfachen Worten und geben einen Überblick über deren Bedeutung in der Praxis.

 

Was sind Kennzahlen in der Pflegepraxis?

In der täglichen Praxis dokumentieren Pflegepersonen (häufig unbewusst) stark aussagekräftige und wertvolle Kennzahlen in der Pflege. Dies beginnt beispielsweise mit der Dokumentation eines Dekubitus, bei der Messung des Körpergewichtes, bei der Erfassung der täglichen Trinkmenge und von Stürzen.

Pflegepersonen verwenden diese personenbezogenen Daten (tägliche Trinkmenge, die Messung des Körpergewichtes etc.) zur Analyse von potentiellen Risikofaktoren (d.h. je geringer die tägliche Trinkmenge von Hrn. XY, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Flüssigkeitsmangels). Wurde ein entsprechender Risikofaktor erfasst, werden professionelle Maßnahmen eingeleitet, um die Entstehung eines Pflegephänomens (Hr. XY ist dehydriert) zu verhindern.

All diese individuellen Daten (Kennzahlen) lassen sich zu umfassenden Pflegekennzahlen zusammenfassen und geben ein Gesamtbild über die Qualität der tatsächlichen Pflegepraxis.

 

Bedeutung von Kennzahlen in der Pflege

Hier muss man zunächst die unterschiedlichen Bereiche der Pflege voneinander unterscheiden. Für jeden Bereich in der Pflege sind unterschiedliche Pflegekennzahlen relevant (z.B. Chirurgie; Anzahl an postoperativen Infektionen oder Altenpflege; Anzahl an immobilen Bewohner/innen usw.).

Es empfiehlt sich vor allem auf Pflegekennzahlen zurückzugreifen, die bereits wissenschaftlich erforscht sind (z.B. Expertenstandards Uni Osnabrück). Hier gibt es zumeist langfristiges Datenmaterial, ,mit dem man seine eigenen Pflegekennzahlen vergleichen bzw. entsprechenden Handlungsbedarf ableiten kann.

 

Auf welche Pflegekennzahlen soll ich mich konzentrieren?

Zunächst raten wir, sich auf Kennzahlen zu konzentrieren, die bereits wissenschaftlich erforscht sind (aufgrund der besseren Vergleichbarkeit und der Ableitung von adäquatem Handlungsbedarf). Neben diesen Kennzahlen sollte sich eine Organisation zumindest folgende Fragen stellen:

  • Welche Ziele in der Pflege verfolgen wir (z.B. Reduktion der freiheitsbeschränkenden Maßnahmen, Verringerung der Anzahl an Wechseldruckmatratzen usw.)?
  • Wo haben wir Aufholbedarf (z.B. Gesundheitsförderung, Risikoerfassung und Prävention)?
  • Mit wem möchte ich meine erfassten Kennzahlen vergleichen (z.B. mit einem anderen Krankenhausträger)?

 

Was passiert mit den erhobenen Pflegekennzahlen?

Die erfassten Pflegekennzahlen zieht man heran um:

  • Kennzahlen in Verbindung zueinander zu setzen (z.B. steigt das Sturzrisiko, wenn sich die Anzahl an Bewohner/innen mit demenziellen Erkrankungen erhöht?)
  • Kennzahlen im Vergleich zueinander zu setzen (z.B. unterscheidet sich Station A von Station B)
  • Kennzahlen über den gesamten Bereich  einer Pflegeorganisation zu sammeln (z.B. Anzahl an Stürzen über alle Pflegeheime des Landes NÖ)
  • Kennzahlen im Vergleich zur Vergangenheit zu setzen (z.B. gab es im Jahr 2015 weniger Stürze als im Jahr 2014).
  • Aus Kennzahlen Ziele zu definieren und diese Ziele messbar zu machen (z.B. im Jahr 2016 soll sich die Anzahl an Stürzen um 5% reduzieren).

Diese exemplarischen Beispiele zeigen die Möglichkeiten und Einsatzgebiete von Kennzahlen in der Pflege auf.

Kennzahlen in der Pflege bieten nicht nur zahlreiche Vergleichsmöglichkeiten,

sondern auch viele Chancen, um die Qualität der eigenen Dienstleistung zu messen

und gezielten Handlungsbedarf  zu erheben. 

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