Erfahre mehr über unseren brisanten Expertenartikel in der aktuellen Ausgabe der österreichischen Zeitschrift für PFLEGERRECHT. Heiß diskutiert und wenig publiziert – wir setzen uns mit diesem Randthema öffentlich auseinander!

Ausgangslage und Zukunftsprognosen

In Anbetracht der demographischen Alterung, des Zuwachses an demenziellen Erkrankungen in unserer Gesellschaft sowie der ansteigenden Zahlen an Sachwalterschaften, darf der Bereich Pflege nicht außer Acht gelassen werden.  Betrachtet man die letzten Erhebungen so bestanden im Jahr 2009 etwa 50.000 Sachwalterschaften. Der aktuelle Forschungsstand rechnet mit einem jährlichen Zuwachs von 20% (bei den Neubestellungen von Sachwalter/innen). Die Prognosen für 2020 zeigen einen Gesamtbestand an Sachwalterschaften von 80.000 Personen (vgl. Vertretungsnetzwerk/IRKS 2015).

Erfahrungen aus der Praxis

Personen mit psychischen Erkrankungen sind zumeist nicht mehr in der Lage, ihre Wünsche sowie Bedürfnisse zielgerichtet zu artikulieren. In der Pflege werden hierfür spezifische Methoden (z.B. Validationstechniken) angewendet, um dadurch eine kongruente Kommunikationsbasis zu realisieren. Sachwalter/innen haben die Möglichkeit mit Experten/innen aus der Pflege zusammenzuarbeiten, um mögliche nicht erkannte Bedürfnisse zu analysieren sowie ggf. Entscheidungen zum Wohle der/des Betroffenen zu finden.

Sicherstellung der Lebensqualität von Personen in Sachwalterschaften

Zunehmend wird die Erfahrung gemacht, dass Rechtsanwälte und Notare als professionelle Schwalter/innen vermehrt im Rahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Pflegeexperten/innen zum Wohle der betroffenen Person zusammenarbeiten. Dabei beauftragen diese insbesondere bei der 24-Stunden-Betreuung aber auch bei der Pflege- und Betreuung in Trägerorganisationen Pflegeexperten/innen, um Qualitätskontrollen durchzuführen und die Sachwalter/innen engmaschig über die Pflege- und Betreuungsqualität zu informieren. Diese interdisziplinäre Qualitätssicherung ist insbesondere deshalb von Bedeutung, da zunehmend Betreuer/innen für 24-Stunden-Betreuung beauftragt werden, welche nicht über die erforderlichen pflegefachlichen Kenntnisse im Betreuungswesen verfügen. Es kommt dadurch – vielfach auch unbemerkt von Angehörigen – zu schweren Pflegemängeln, welche sogar zu Gesundheitsschäden führen können (Dekubitus etc.)

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ÖZPR Personensorge (und Pflege) im Sachwalterschaftsrecht