Was macht die Pflege mit den ganzen Zahlen und brauchen das Patienten oder Angehörige? Sind Pflegekennzahlen eine Notwendigkeit oder reine Zeitverschwendung – wir stellen uns diesem brisanten Thema!

 

Zeitaufwand für die Erhebung

Im Idealfall werden Zahlen ausgewertet, die bereits seit mehreren Jahren in der Pflegedokumentation erhoben werden. Es handelt sich hierbei um keine erfundenen oder völlig neuen Zahlen, sondern um hoch individuelle Erhebungen über die aktuelle Pflegesituation einer Person (z.B. Dekubitusrisiko laut Bradenskala, Einschätzung des Sturzrisikos lt. S. Huhn, Dokumentation eines Sturzgeschehens, septische oder aseptische Wundheilung usw.).

Diese Dokumentation ist überaus wichtig, da jede Pflegeperson – genauso wie ein Arzt – ihre Handlungen und Maßnahmen schriftlich und nachvollziehbar begründen muss.

Stellen Sie sich vor man würde den schriftlichen Arztbefund – als Zeitverschwendung – in Frage stellen? 

Diese gesammelten Daten werden letztendlich zusammengefasst (erfolgt die Dokumentation bereits elektronisch, so bedarf dies einiger Mausklicks) und zahlenmäßig dargestellt (d.h. etwa im ersten Quartal 2015 sind insgesamt 5% der Bewohner/innen gestürzt. Im Vergleich zum  Vorjahr ist dies eine Reduktion von einem Prozent).

 

Hat das überhaupt einen Nutzen für Patienten/innen oder Angehörige?

Auf alle Fälle!

Die Zahlen können Ihnen sagen wie gut die Pflegequalität einer Einrichtung (Krankenhaus, Pflegeheim, mobiler Dienst) ist:

  • Im Pflegeheim XY ist die Anzahl an Stürzen wesentlich geringer, als im vergleichbaren Pflegeheim ZZ.
  • Im Krankenhaus XY sind insgesamt weniger Wundheilungsstörungen aufgetreten, als im vergleichbaren Krankenhaus ZZ.
  • Die Bewohner/innen in der Pflegeeinrichtung XY sind wesentlich zufriedener mit der pflegerischen Versorgung, als die Bewohner/innen im vergleichbaren Pflegeheim ZZ.
  • und vieles mehr!!!

Pflegekennzahlen helfen Ihnen somit Entscheidungen zu treffen und ein objektives Bild über die Pflegequalität des jeweiligen Dienstleisters zu erhalten.