Die Rolle von Pflegepersonen bei der Erhebung von Pflegekennzahlen darf nicht unterschätzt werden. Ohne professionelles Fachwissen kann keine Datenqualität  realisiert werden.

 

Datenqualität und die Rolle der Pflegeperson

Stimmige Kennzahlen in der Pflege erheben, Aussagen über die tatsächliche Pflegequalität treffen, …  – dies funktioniert nur, wenn professionell ausgebildete Pflegepersonen die Kennzahlen in der Pflege richtig sowie einheitlich erheben und zeitgerecht evaluieren.

 

Was bedeutet Datenqualität für die Pflegepraxis?

Schätzen Pflegepersonen ein Pflegerisiko nicht korrekt ein (Immobilitäts-, Dekubitusrisiko etc.), so verlieren diese Daten an wertvoller Aussagekraft. Dies kann dazu führen, dass Zusammenhänge nicht mehr korrekt interpretiert und notwendige Maßnahmen rechtzeitig abgeleitet werden können.

 

Was passiert wenn Daten nicht korrekt erhoben werden?

Nicht fachgerecht erhobenen Daten (Kennzahlen in der Pflege) können zu falschen Aussagen über die tatsächliche Pflegequalität in der Praxis führen.

Beispiel: “Trotz Zuwachs an immobilen Bewohner/innen, reduziert sich deren  Dekubitusrisiko” .

Im Normalfall müsste sich das Dekubitusrisiko - gemeinsam mit dem Anstieg an immobilen Bewohner/innen – erhöhen. Verändert sich das Dekubitusrisiko der Bewohner/innen jedoch nicht (da die Neueinschätzung des tatsächlichen Dekubitusrisikos nicht zeitnah erfolgte), so kann das Pflegemanagement auf diese veränderte Pflegesituation nicht angemessen reagieren. So kann es passieren, dass notwendige Hilfsmittel zur Dekubitusprophylaxe nicht zeitnah (trotz steigendem Bedarf) angeschafft werden!

 

Wie kann die Datenqualität in der Praxis langfristig verbessert werden?

Durch den Einzug von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Pflegepraxis (z.B. Integration von Expertenstandards), Einsatz von einheitlichen Bewertungsskalen (z.B. Einschätzung eines Dekubitusrisikos), zeitgemäße Evaluierung von Bewertungsskalen und korrekte Erhebung von Pflegephänomenen (z.B. einheitliche und evidenzbasierte Einschätzung eines tatsächlichen Dekubitusgrades).

 

Pflegen kann somit NICHT JEDER!!!