Stellt man die körperlichen Anstrengungen, das hohe Ausbildungsniveau und den Verantwortungsbereich der Pflege anderen Berufen gegenüber, so wird rasch klar – der VERDIENST IST NICHT GERECHT!

Aber warum?

Über dieses Dilemma sind sich die Sozialwissenschaften einig. Der Frauenanteil im Beruf bestimmt überwiegend die Entlohnung. Tätigkeiten, die vor allem dem weiblichen Geschlecht zugesprochen werden, verfügen über eine sehr geringe finanzielle Wertschätzung. Auch wenn diese Tätigkeiten mit einem hohen Ausbildungsniveau, physischer sowie psychischer Anstrengungen und einer hohen Verantwortung verbunden sind.

Darüber hinaus muss sich die Berufsgruppe der Pflege auch anderen moralischen Fragen stellen. Wie viel Geld darf man von hilfsbedürftigen Menschen überhaupt verlangen? Darf man protestieren, wenn pflegebedürftige Menschen Unterstützung benötigen? Diese und andere  moralischen Fragestellung machen es der Berufsgruppe der Pflege schwer gerechte Löhne einzufordern.

Was tun?

Eine Möglichkeit wäre die Auflösung der sogenannten Geschlechterverteilung. Wenn mehr Männer in den Beruf der Pflege eintreten würden, so würden sich wahrscheinlich auch die Zuschreibungen und Vorurteile der pflegerischen Tätigkeiten allmählich auflösen. Ein weiteres Problem der Pflege ist, dass kaum gestreikt und gefordert wird. Die Pflege benötigt daher eine eigene Pflegekammer. Diese sollte, wie bereits die Ärztekammer, vehement für die Interessen der Pflegeberufe eintreten (Verhandlungen bei Personalkürzungen, Lohnverhandlungen etc.). Obwohl Ärzte im Krankenhaus und im Pflegeheim in ihrer Anzahl geringer vertreten sind, verfügen diese über eine eigene Kammer. Die Pflege hätte ausreichend Potential und zahlenmäßige Stärke, um für ihre Interessen zu kämpfen und Anliegen einzufordern.

Was sind Eure Vorschläge?